Die Geburts­re­gis­trie­rung von in Deutsch­land gebo­re­nen Kin­dern Geflüch­te­ter

Ein Koope­ra­ti­ons­pro­jekt zwi­schen JUMEN und der Moni­to­ring-Stel­le UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on des Deut­schen Insti­tuts für Men­schen­rech­te (Moni­to­ring-Stel­le UN-KRK)

Was ist das Pro­blem?

Neu­ge­bo­re­ne von geflüch­te­ten Eltern erhal­ten oft­mals kei­ne Geburts­ur­kun­de, weil ihre Eltern kei­ne Doku­men­te vor­wei­sen könn­ten. Die Grün­de dafür sind ver­schie­den. Sie haben sie auf der Flucht ver­lo­ren oder kön­nen kei­ne von ihrem Her­kunfts­staat erhal­ten. Ohne Doku­men­te der Eltern erhal­ten die neu­ge­bo­re­nen Kin­der kei­ne Regis­trie­rung. Die offi­zi­el­le Regis­trie­rung einer Geburt ist aber die Vor­aus­set­zung für eine Rei­he von Rech­ten, u.a. im Hin­blick auf die Staats­an­ge­hö­rig­keit und den Per­so­nen­stand, aber auch für prak­ti­sche Din­ge wie medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung oder Kin­der­geld.

Unser Pro­jekt

Im Auf­trag der Moni­to­ring-Stel­le UN-KRK erar­bei­tet JUMEN ein pro­zess­rech­ti­ches Gut­ach­ten zur Vor­be­rei­tung und Durch­füh­rung von stra­te­gi­scher Pro­zess­füh­rung im Inter­es­se der betrof­fe­nen Kin­der. Unser län­ger­fris­ti­ges Ziel ist, dass das Recht auf Gebur­ten­re­gis­trie­rung für alle in Deutsch­land Betrof­fe­nen umge­setzt ist. Wir wol­len auch für das The­ma im All­ge­mei­nen sen­si­bi­li­sie­ren.

Arti­kel 7 Absatz 1 UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on

Das Kind ist unver­züg­lich nach sei­ner Geburt in ein Regis­ter ein­zu­tra­gen […].

Hin­ter­grund

Ein Gut­ach­ten der Hum­boldt Law Cli­nic Grund- und Men­schen­rech­te (HLCMR) in Koope­ra­ti­on mit der Moni­to­ring-Stel­le UN-KRK kommt zu dem Schluss, dass die Gebur­ten­re­gis­trie­rung in Deutsch­land für man­che Per­so­nen­grup­pen (v.a. Geflüch­te­te) zu Pro­ble­men in der Pra­xis führt, die als Ver­stoß gegen gel­ten­des Recht zu wer­ten sind. Teil­wei­se ver­erbt sich das Pro­blem der feh­len­den Iden­ti­tät bis in die zwei­te Genera­ti­on, wenn in Deutsch­land gebo­re­ne Müt­ter ohne eige­ne Geburts­ur­kun­de ihrer­seits Müt­ter wer­den. Das Recht auf eine zügi­ge offi­zi­el­le Gebur­ten­re­gis­trie­rung ist u.a. in der UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on (KRK) eben­so wie im natio­na­len Recht ver­an­kert.

Mehr Infor­ma­tio­nen gibt es auch auf der Sei­te des Deut­schen Insti­tuts für Men­schen­rech­te.